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Es gibt Spiele, da muss man einfach irgendwann einsehen, dass es keinen Sinn macht auf menschliche Vernunft zu bauen und sich auf Diskussionen mit Schiedsrichtern, Gegenspieler, der heimischen Ersatzbank oder so genannente Anhänger einzulassen, ob man sich dabei im Recht wähnt oder nicht. Das sind Spiele, in denen man als Teil der Gäste-Delegation versuchen muss die Ohren zu zu machen und sich mit dem Tunnelblick auf das kurzfristig einzig wichtige Ziel zu konzentrieren: 3 Punkte mitnehmen, heil vom Feld kommen und den Mund abwischen. Wenn einem dies wie am vergangenen Sonntag bei der Reserve der SG Niedershausen/ Obershausen II gelingt, hat man nicht nur sportlich Grund genug mit einer gewissen Genugtuung nach Hause zu fahren.

Die sportliche Seite dieses Spieles ist schnell erzählt. Elz dominierte vom Anstoß an das Spiel und ließ die SG in der ersten viertel Stunde kaum aus der eigenen Hälfte. Insbesondere die haarsträubende Nachlässigkeit bei der Verwertung der unzähligen Torchancen trug entschieden dazu bei, dass das Spiel nicht vorzeitig entschieden war. Alleine in den letzten 10 Minuten der ersten Hälfte zählte man ein gutes Dutzend Hochkaräter. Ilhan brach schließlich den Bann und brachte Elz hoch verdient in Führung. Warzecha mit einem satten Rechtsschuss und Sapel mit einem fulminanten Freistoss besorgten das Endergebnis, währen Keeper Sauer einen zweifelhaften Strafstoß kurz vor Schluss klasse parierte.

Die eigentliche Geschichte dieser Partie ist jedoch eine andere, traurige Episode. Es ist keine Seltenheit bei Auswärtsspielen auf hoch motivierte Gastgeber zu stoßen, die von Ihrem eigenen Anhang leidenschaftlich unterstützt werden. Hin und wieder kommt es dabei vor, dass die Grenzen zwischen Leidenschaft und Unsprotlichkeit verwischen – im Eifer des Gefechts kann das auch bei dem fairsten Sportsmann vorkommen, was dann in der Regel mit einer Entschuldigung und einem „Shakehands“ schnell aus der Welt geräumt ist. Das Auftreten manches Akteurs im blau-schwarzen Dress, sowie auf der heimischen Ersatzbank hat an diesem Sonntag jedoch eine erschütternde Qualität angenommen, die man als in höchstem Maße unangebracht bezeichnen muss. Vom Anpfiff an wurden Spieler der Gästemannschaft immer wieder mit übertriebener Härte angegangen, nicht nur unflätig, sondern auch rassistisch beleidigt und regelmäßig mit körperlicher Gewalt bedroht (ein Kuriosum angesichts der Tatsache, dass auch in der Heimmanschaft Spieler mit Migrationshintergrund aufliefen, die etwaige Äußerungen geflissentlich überhörten). Anstatt deeskalierend zu wirken, wie es eigentlich von Übungsleitern und Personen mit einer gewissen Verantwortung zu erwarten sein sollte, nutzten vereinzelte SG-Akteure an der Seitenlinie jede sich bietende Gelegenheit um Öl ins Feuer zu gießen und die aggressive Stimmung weiter anzufachen, was eine völlig unangebrachte Härte im Spiel nur förderte. Die katastrophalste Figur gab bei dem Schauerspiel jedoch Schiedsrichter Haase ab, der, zugegebenermaßen, das gesamte Spiel über eine klare Linie verfolgte, nämlich sich jegliche unnötige Unbequemlichkeit durch etwaiges konsequentes Eingreifen zu ersparen. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass dem „Unparteiischen“ nicht entgangen ist, wie einem Spieler unter anderem mit dem „Brechen aller Knochen“ gedroht wurde – gelb erhielt in diesem Fall jedoch der Elzer, der den Mann in Schwarz wiederholt Male ansprach: „Wie kann es sein, dass sie das hören und nicht ahnden“?

Während der DFB Unsummen für „Fair Play“ Kampagnen gegen Rassismus und für Fairness ausgiebt, die in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich überflüssig sein müssten, zeigt die Realität auf manchem Fußballplatz im hessischen Fußballverband, dass der Fair Play-Gedanke ungestraft mit Füßen getreten werden darf, während der Verband in Person des Schiedsrichters wegschaut – ein ungeheuerliches Verhalten. Zahlreiche Beteiligte dieses Sonntages sollten die Einstellung zu Ihrem Sport dringend hinterfragen und sich Ihrer Verantwortung gegenüber Dritten (Mit-/ Gegenspieler, Zuschauer, insbesondere Kinder) bewusst werden. Wegschauen und Weghören ist nicht nur feige, sondern ebenso unfaires Spiel wie der verdeckte Tritt in die Beine oder eine Beleidung selbst!

Es spielten für den SV Elz II:

Sauer, Sapel, T.Klötzel, Schmeiser, Böhm, Kunz, Reichwein, Martin, Balmert, M.Klötzel,

Eingewechselt wurden:

A.Warzecha, F.Amin, Lang

Tore: 0:1 Ilhan, 0:2 Warzecha, 0:3 Sapel.

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