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War der RSV Weyer im Halbfinale gegen

RSV Würges noch der Underdog, so hatte er heute die Rollen getauscht und trat gegen den Bezirksligisten SV Elz

als Favorit an.

Hätten die knapp 300 Besucher auf der vorzüglich präparierten Offheimer Anlage gesessen,

so hätte das Spielgeschehen sie wahrscheinlich kaum von den Sitzen gerissen. Nicht dass es der große

Langeweiler gewesen wäre, aber für ein gutes Pokalfinale fehlte über weite Strecken der Pfeffer.

Im

Einzelnen: Tobias Schneiders Sololauf vorbei an mehreren Gegnern war dessen beste Aktion im ganzen Spiel. Sein

Schuss fand TW Holger Hild auf dem Posten (12.) Elz hatte die spektakulärste Szene bis zum Pausenpfiff, als

Rafael Giedrovicz allein auf Lars Ziemer zusteuerte (21.), jedoch nicht den im Zentrum postierten Michael Kramm

bediente, sondern das Außennetz anvisierte. Schneiders Rechtsschuss (!) verfehlte auf der anderen Seite den

Kasten (40.). Weyer hatte aus seiner phasenweise optischen Überlegenheit kein Kapital geschlagen.

Bald

nach dem Seitenwechsel sollte es dann zum einzigen Mal für den heutigen Tag klingeln. Michele Böhm passte

präzise auf den in der Mitte sträflich freistehenden Giedrovicz, der nur noch einzuschieben

brauchte.

Mit Markus Schmiedl, der sich 10 Minuten nach der Pause eingewechselt hatte, kam mehr Wind in

die Weyerer Angriffsbemühungen, aber die durchschlagende Kraft blieb auch jetzt aus. Die Elzer Abwehr stand

fest. Drei kritische Situationen hatte Elz noch zu bestehen. Nach Weyers bester Kombination überhaupt flankte

Paul Waschitzek von der rechten Grundlinie genau und Kims Kopfball flog knapp über den Querbalken. Bei

Schmiedls tückischem Freistoßsenker aus halblinker Position (20 Meter) tauchte Holger Hild ins untere kurze

Eck, seine größte Bewährungsprobe am heutigen Abend, und da war noch Markus Osters Schuss, der nur um

Zentimeter am Pfosten vorbeizischte. Hier wäre der tüchtige Hild auf dem falschen Fuß erwischt worden. Elz im

Glück!

Als der Schütze des Goldenen Tores nach Antrag die Ampelkarte gebucht hatte, war das Spiel im

Grunde gelaufen, wenn auch der Schiedsrichter wegen der Elzer Probleme mit Wadenkrämpfen fünf Minuten dazugab.

Weyer hatte quasi kapituliert, da es über 90 Minuten die Erfahrung gemacht hatte, dass das Elzer Bollwerk um

Becker, Wagner, Bräunsche & Co heute nicht zu sprengen war.

Schiedsrichterobmann Toni Stillger konnte am

Ende den Überraschungssieger auszeichnen und dessen Kapitän Stefan Theis den Pokal

überreichen.

Elz:
Hild, Wagner (80. Schulz), Zimmer, Bräunsche, Becker, Böhm (85. Beuleke), Kramm

(68. Mansur), Theis, Schlag, Balmert, Giedrovicz

Weyer:
Ziemer, Saygili (87. Abdessadki), Hoffmann,

Oster, Kim, Waschitzek, Birke (46. Akcakaya), Becker (55. Schmiedl), Schneider, Schuh,

Löffler

Tore:
1:0 Rafael Giedrovicz (50.)